Tibet: Lhakpa Ri (7045 m)
Der "kleine Nachbar" des Mount Everest (28 Tage)
Blick auf den Everest, Foto: Bernd RabiserEverest-Basislager, Foto: Max Santner

Der Lhakpa Ri ist einer der „kleinen" Trabanten des Mount Everest auf der tibetischen Seite, der bereits 1921 von George Mallory bei einer Erkundungsexpedition zum Everest erstbestiegen wurde. Heute gilt der Lhakpa Ri wegen der raschen Erreichbarkeit und des unkomplizierten Zugangs mit Yaks bis ins letzte Camp vor dem Gipfel als der „leichteste" Siebentausender im Himalaya. Die fast völlig fehlenden technischen Schwierigkeiten und die nur knapp über 7000 m liegende Höhe machen den Berg zum idealen „Einstiegs-Siebentausender" für ambitionierte Expeditions-Neulinge.
Aber Achtung - gerade die scheinbar so günstigen Voraussetzungen können massive Höhenprobleme und ein hohes Misserfolgsrisiko mit sich bringen, wenn die Akklimatisation nicht stimmt. Denn zur 7000er-Höhe kommt der lange Aufenthalt über 5000 m - schon das mit Fahrzeugen erreichbare Basislager liegt fast 5100 m hoch. Unbedingte Voraussetzung für gute Gipfelchancen ist daher genügend Zeit zur Höhenanpassung! Erst nach 8-9 Tagen mit Höhenwanderungen ab Nyalam (3750 m), Tingri (4340 m) und Everest-Basislager (EBC) sollte ernsthaft in Richtung Lhakpa Ri gestartet werden. Insgesamt stehen ab EBC 12 Tage für die Gipfelbesteigung zur Verfügung, genügend Zeit, um Schlechtwetterperioden „aussitzen" zu können und das optimale Wetterfenster zu „erwischen".

Der Aufstieg vom Basislager erfolgt in 2-3 Etappen mit Yaks über den Östlichen Rongbuk- Gletscher zum ABC (advanced basecamp, 6400 m). Die Gipfeletappe führt über nicht besonders steile, relativ spaltenarme Gletscherhänge (20-35°) zum Sattel am Beginn des Nordgrates und über diesen teilweise ausgesetzt mit einigen kurzen Steilstufen (stellenweise Fixseile) zum exponierten Gipfel. 7045 m - das Panorama ist kaum zu überbieten: ganz nahe der NO-Grat des Everest, der Lhotse, die dunkle Nordwand des Makalu ...

Expeditionsplan:

Flug nach Kathmandu und 1 Tag Aufenthalt zur Besorgung der Tibet-Visa (Sightseeing). Mit Landcruiser zur tibetischen Grenze (Zhangmu) und nach Nyalam bzw. Tingri, wo zur Höhenanpassung jeweils zwei Tage mit Wanderungen bis 5500 m geplant sind. Fahrt über das Kloster Rongbuk zum Everest-Basislager (5040 m) und drei weitere Akklimatisationstage. Aufstieg zum Camp I („middle camp", 5800 m) und zum ABC (6400 m). Gipfelaufstieg über relativ flache Gletscherhänge und den steileren Nordgrat. Für bessere Gipfelchancen stehen 2-3 Reservetage zur Verfügung. Abstieg zum ABC und weiter zum Everest-Basecamp. Rückfahrt nach Nepal und Heimflug nach Europa.