Amerikas siebthöchster Berg ist eines der bekanntesten Bergziele der gesamten Anden. Die Tatsache, dass der wuchtige, eisgepanzerte Doppelgipfel das Tal des Rio Santa um fast 4500 m überragt, weist zusammen mit seiner flächenmäßigen Ausdehnung auf ein Bergmassiv von Himalaya-Dimension hin. Der enorme Höhenunterschied zwischen Santa-Tal und den vergletscherten Gipfeln ist Grund für die optische Dominanz des Riesenberges in der Cordillera Blanca - alle Nachbarberge des bizarren Tropengebirges sind deutlich niedriger und vergleichsweise geradezu „zierlich".
Der Nevado Huascarán wurde erst 1932 von einer deutschen Expedition erstbestiegen und in den folgenden Jahrzehnten mit vielen neuen, teilweise sehr schwierigen Routen erschlossen. An seiner Besteigungsgeschichte war auch der „BergSpecht" beteiligt - 1972 gelang einer fünfköpfigen österreichischen Expedition mit Edi Koblmüller die Erstdurchsteigung der extrem schwierigen 1200 m hohen Ostwand des Hauptgipfels.
Alpamayo (5947 m) plus Huascarán sind alpinistisch gesehen die absoluten Highlights nicht nur der Cordillera Blanca: der „schönste Berg der Welt" (???) und der höchste Gipfel von Peru versprechen - Schönheit hin, Höhe her - eine Traumkombination für Bergsteiger mit gehobenem Allroundkönnen! Der Huascarán ist zwar kein extrem schwieriger Berg, aber doch alles andere als leicht und mit seinen wildzerrissenen Gletschern auch nicht ganz ungefährlich. Gletscherspalten, die Gefahr von Eislawinen und Steilstufen mit wechselnden Eisverhältnissen erfordern beträchtliches alpinistisches Können. Der Nevado Alpamayo ist technisch wesentlich schwieriger, dafür mit nicht ganz 6000 m deutlich niedriger, jedenfalls alles andere als ein „Akklimatisationsberg". In der markant geriffelten Südwestwand (je nach Verhältnissen werden die Ferrari- oder die steilere Franzosenroute begangen) sind Eiskletterschwierigkeiten bis zu 60° Steilheit zu bewältigen, die allerdings fast immer mit Fixseilen wesentlich erleichtert werden.
Flug nach Lima und Busfahrt nach Huaráz. Zwei Tage zur Erstakklimatisation mit Wanderungen in der Cordillera Negra, dann ins Quebrada Santa Cruz zum Alpamayo-Basislager (4200 m). Aufbau des Hochlagers (5400 m), Zustieg zur steilen SW-Wand und Besteigung des Alpamayo über die Ferrari- oder Franzosenroute. Wenn Zeit bleibt kann der benachbarte Nevado Quitaraju (6040 m) mitgenommen werden. Abstieg und Rasttag in Huaráz. Jetzt geht's „ans Eingemachte" - 6 Tage Huascarán. Aufstieg mit Eseln ins „campamento base" (4250 m) und auf den Gletscher zum Hochlager I (5100 m). Kurze Steilstufen zwischen Camp I und II (5900 m) werden mit Fixseilen abgesichert. Ab „campamento dos" in der Garganta verbleiben noch 900 anstrengende Höhenmeter zum Gipfel, 6768 m! Abstieg nach Musho, zurück nach Huaráz und weiter nach Lima. Rückflug nach Europa.